Tomaten effektiv gegen Blattläuse schützen

Blattläuse an Tomaten können einen Hobbygärtner in den Wahnsinn treiben. Zum Glück gibt es vorbeugende Maßnahmen und effektive natürliche Mittel, die eine Plage gar nicht erst entstehen lassen oder ihr effektiv Einhalt gebieten.

Blattläuse locken weitere Schädlinge an

Blattläuse befallen Tomaten

Blattlausbefall an einer Tomatenpflanze © san_ta / fotolia.com

Tomaten sind beliebt bei Blattläusen, die besonders gerne kurz nach dem Pikieren über junge Pflanzen herfallen. Das hemmt nicht nur das Wachstum der Tomatenpflanze, auch Gelbfleckigkeit, eingerollte und verkrüppelte Blätter, verkrümmte Triebspitzen und Blattblasen können das Resultat des unerwünschten Besuchs sein. Besonders Raubwanzen der Sorten Macrolophus caliginosus und Macrolophus pygmaeus fühlen sich auf den Stängeln und Blättern der Tomatenpflanze wohl. Der Blattlausbefall löst eine weitere Kette von Schädlingsbefall aus. Der von ihnen ausgeschiedene Honigtau lockt Ameisen an und dient gleichzeitig Rußpilzen als Nahrung, die das Wachstum der Pflanzen behindern. Auch Viren werden von den ungebetenen Besuchern häufig verbreitet, besonders von fliegenden Blattläusen.

Ursachen für den Blattlausbefall an Tomaten

Tomatenpflanzen sind im Grunde recht robust, und wenn ein Blattlausbefall rechtzeitig entdeckt wird, reicht es, den Bestand mit Wasser gründlich abzuspülen. Häufiger als im Garten ist ein Blattlausbefall im Gewächshaus, was der stehenden Luft geschuldet ist. Wenn hier für eine gute Luftzirkulation gesorgt wird, kann das Problem meist vermieden werden. Fehler bei der Pflege schwächen allerdings die Tomatenpflanzen, was den Befall begünstigt. Ein schlechter Standort, zu wenig Licht, zu viel oder zu wenig Wasser, falsches oder zu viel Düngemittel und Stauhitze machen die Pflanze angreifbar. Vorbeugen ist also besser als Heilen.

Blattläusen vorbeugen

Blattläuse ziehen sich zum Überwintern gerne in Gehölze und herumliegende Pflanzenteile zurück. Dem kann Einhalt geboten werden, wenn der Garten tüchtig aufgeräumt und im Frühjahr die Gehölze zurückgeschnitten werden. Wenn die Tomaten gesetzt werden, sollte der Abstand zwischen den Pflanzen nicht zu eng sein, damit die Luft zirkulieren kann, außerdem sollte der Boden regelmäßig aufgelockert werden. Naturdünger sollte der Vorzug gegeben werden, denn der in chemischen Dünger enthaltene Stickstoff hat eine magische Anziehungskraft auf Blattläuse. Ein hervorragendes natürliches Stärkungsmittel ist zum Beispiel Brennnesselsud. Wenn sich die natürlichen Feinde der Blattläuse wie Marienkäfer, Florfliegen und Schlupfwespen im Garten wohlfühlen, ist das eine große Hilfe zur Vorbeugung.

Wer seine Tomaten schützen will, kann auch einfach Pflanzen in ihre Nähe setzen, auf die Blattläuse besonders gut ansprechen. Kapuzinerkresse, Bohnenkraut und Fleißiges Lieschen gelten als Blattlausmagneten und sehen zudem ansprechend aus. Die Ansiedlung bestimmter Vogelarten im Garten wie Hausrotschwanz, Grasmücke, Meise, Sperling, Stieglitz und Laubsänger ist ebenfalls empfehlenswert.

Blattläuse an Tomaten natürlich bekämpfen

Blattläuse lassen sich recht einfach mit Wasser entfernen, doch manchmal muss eine stärkere Lösung her, um Herr der Lage zu werden. Eine breite Palette kostengünstiger pflanzlicher Schädlingsbekämpfungsmittel steht zur Verfügung, die meisten kann man kostengünstig mit Zutaten, die ohnehin im Haushalt vorhanden sind, selbst machen. Dazu gehören ein Gemisch im Verhältnis 1:1 aus Milch und Wasser oder Essig und Wasser, Kartoffelkochwasser, Zwiebelschalentee, Rhabarberblättertee, Knoblauchsud, Schmierseifenlösung und Brennnesselauszug. Auch mit Bestäuben wurden gute Erfahrungen gemacht. Es eignen sich Holzasche, Gesteinsmehl und Kartoffelstärke.

Insektizide gegen Blattläuse

Es gibt auf dem Markt viele Insektizide gegen Blattläuse, die jedoch nur im äußersten Notfall angewendet werden sollten, wenn der Blattlausplage überhaupt nicht anders Einhalt geboten werden kann. Das gespritzte Gift wird von der Pflanze aufgenommen, sodass die Blattläuse das Gift einsaugen und sterben. Die meisten der chemischen Pflanzenschutzmittel sind umweltschädlich und stellen eine Gefährdung für die Gesundheit dar. Regelmäßiger Kontakt mit Insektiziden kann die Entstehung von Krebs und Nervenschädigungen begünstigen. Auch Nützlinge wie bestimmte Insektenarten oder Bienen leiden unter dem in Insektiziden enthaltenen Gift, daher sollte die Anwendung nicht in der Nähe blühender Pflanzen oder an einem Gewässer erfolgen. Spritzen sollte weiterhin am besten gegen Abend und bei bedecktem Himmel erfolgen. Außerdem sollte sich unbedingt genau an die Anweisungen des Herstellers gehalten werden.