Bekämpfung

Schmierseifen- und Rapsölpräperate helfen gegen leichten Blattlausbefall an Rosen

Schmierseifen- und Rapsölpräperate können bei leichtem Blattlausbefall schnell Abhilfe schaffen.

Die erfolgreiche Bekämpfung von Blattläusen spielt nicht nur in allen landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen eine große Rolle, auch für den Hobbygärtner können Blattläuse ein erhebliches Problem in Haus und Garten darstellen. Das Aussaugen der Pflanzengefäße durch die Läuse führt zu großen Ertrags- und Qualitätsverlusten sowie zum Eingehen ganzer Gartenkulturen. Hinzu kommt zumeist ein erheblicher sekundärer Schaden durch die Übertragung von Pflanzenviren.
Im eigenen Garten kann einem Befall mit Blattläusen mit einigen Präventivmaßnahmen vorgebeugt werden. Haben es sich die Pflanzenschädlinge bereits im Garten oder Gewächshaus gemütlich gemacht, können einige Hausmittel oder der Einsatz von Nützlingen Abhilfe leisten. Auch gibt es einige chemische Insektizide mit deren Hilfe man Blattläuse erfolgreich bekämpfen kann.

Blattlaus Bekämpfung - alle Infos auf einen Blick

Vorbeugung und Hausmittel

Schon bei der Gestaltung des Gartens gibt es einige Aspekte hinsichtlich des Pflanzenschutzes zu beachten. Blattläuse und auch andere Pflanzenschädlinge können sich in überdüngten Monokulturen hervorragend vermehren. Es gilt: Als Prävention eignet sich eine naturnahe, durchmischte Gartengestaltung. So sollte der Gemüsegarten möglichst als Mischkultur angelegt werden und auch bei Zierpflanzen kann es hilfreich sein unterschiedliche Stauden nebeneinander anzulegen. Gut gepflegte Pflanzen sind wesentlich widerstandsfähiger gegenüber jeglichen Krankheiten; achten Sie also auf eine ausreichende Wasser- und Nährstoffversorgung. Übermäßige Stickstoffdüngung sollte allerdings vermieden werden, da sich die Blattläuse hierbei umso besser vermehren können. Besonders gefährdete Pflanzen sollten an windoffene Stellen im Garten gepflanzt werden, da dies das Risiko eines Erstbefalls verringert. Weiterhin sollten Sie regelmäßig ihre Pflanzen überprüfen: An den Blattunterseiten findet man Häutungsreste der Blattlauslarven, den klebrigen Honigtau kann man mit den Fingern ertasten und mithilfe einer Lupe kann man auch sehr kleine Blattlausarten ausfindig machen.

 

 

Sind nur kleinere Stellen einzelner Pflanzen von Blattläusen befallen, kann man die Pflanzenschädlinge mit einem Wasserstrahl entfernen oder mit einer Pinzette ab sammeln. Stark befallene einzelne Triebspitzen sollte man gänzlich entfernen.

Bewährte Hausmittel bei leichtem Blattlausbefall sind Schmierseifen- und Rapsölpräperate. Diese kann man selbst herstellen (Schmierseifenlösung 1 bis 2 %ig; Rapsöllösung bis zu 10 %ig) und mittels Sprühflasche gründlich auf alle befallenen Pflanzenteile aufbringen (die Blattunterseiten nicht vergessen). Die Präparate verstopfen die Atemwege der Insekten und führen somit zu deren Absterben. Mehrmaliges Anwenden mit einigen Tagen Abstand ist in der Regel notwendig, um die Blattläuse gänzlich los zu werden.

Vorbeugung und Hausmittel - alle Infos auf einen Blick
  • Schmierseifenlösung bekämpft Blattläuse direkt, indem es die Atemwege verstopft.
  • Die befallenen Pflanzen gründlich und lückenlos mit der Schmierseifenlösung besprühen (auch die Blattunterseiten).
  • Nicht bei direkter Sonneneinstrahlung anwenden (vorzugsweise morgens oder abends spritzen).

Neudorff Neudosan – Blattlausfrei

Weiterhin ist eine anwendungsfertige Schmierseifenlösung auch im Handel erhältlich: Neudosan Blattlausfrei von Neudorff. Die beinhaltete Kaliseife ist natürlichen Ursprungs und wirkt zuverlässig gegen Blattläuse sowie andere Pflanzenschädlinge wie Spinnmilben oder weiße Fliegen. Es ist für den ökologischen Landbau zugelassen und somit nicht schädlich für Bienen oder andere Nützlinge.

Neudroff Neudosan Schmierseifenlösung gegen Blattläuse

Systemische Insektizide

Viele Blattlausarten sind sehr empfindlich gegenüber Kontaktinsektiziden. Diese können natürlichen oder chemischen Ursprungs sein. Der Vorteil dieser Stoffe ist, dass sie systemisch wirken. Dies bedeutet, dass die Pflanze das Insektizid aufnimmt und systemisch in ihrem Pflanzensaft verteilt. Somit werden alle Blattläuse automatisch bekämpft, wenn sie an dieser Pflanze saugen. Insektizide sollten generell nur auf Zierpflanzen angewendet werden. Gemüse- und Obstpflanzen sind nach Anwendung eines Insektizids nicht mehr genießbar.

COMPO Schädlingsfrei Plus

Zu empfehlen wäre hier COMPO Schädlings-frei Plus. Es beinhaltet ein natürlich vorkommendes Insektizid aus der Chrysanthemenblüte sowie Rapsöl. Da es eine sehr gute Pflanzenverträglichkeit aufweist und auch als nicht bienengefährlich gilt, ist es auch für den ökologischen Landbau zugelassen. Wenn Sie Ihre Nützlinge im Garten schützen wollen, sollten Sie auf dieses Insektizid zurückgreifen.

Chrysanthemenblüte Rapsöl Insektizid gegen Blattläuse

COMPO-Schädlingsfrei Plus - alle Infos auf einen Blick
  • COMPO Schädlings-frei Plus enthält ein natürlich vorkommendes Insektizid und wirkt direkt gegen Blattläuse sowie andere Pflanzenschädlinge.
  • Es wird als Konzentrat geliefert und muss entsprechend verdünnt werden. Bei Blattläusen empfiehlt sich eine 1 %ige Dosierung, d.h. 10 ml auf 1 Liter Wasser. Nicht überdosieren!
  • Die Lösung wird als Spritzmittel angewendet. Gleichmäßig und lückenlos spritzen (nicht bei direkter Sonneneinstrahlung!).
  • In der Regel reicht eine Anwendung. Bei Bedarf nach zwei Wochen wiederholen.

CELAFLOR Schädlingsfrei CAREO Stäbchen

Besonders für Topfpflanzen wären weiterhin die Schädlingsfrei CAREO Stäbchen von CELAFLOR zu empfehlen. Diese enthalten eine Kombination aus dem Insektizid Acetamiprid sowie Düngemitteln. Acetamiprid ist sehr schnell und langanhaltend wirksam gegen Blattläuse und andere Pflanzenschädlinge ist. Die Nährstoffe bewirken zusätzlich, dass die Pflanzen auf Dauer gestärkt werden. Die Stäbchen werden in die Wurzelballen der befallenen Pflanzen gesteckt und können direkt angewendet werden.

Acetamiprid Insektizid gegen Blattläuse

CAREO Stäbchen von CELAFLOR - Anwendung auf einen Blick
  • CELAFLOR CAREO Stäbchen enthalten eine Kombination aus Insektizid und Düngemittel und wirken direkt gegen Blattläuse.
  • Die Größe des Topfdurchmessers bestimmt die Anzahl der einzusetzenden Stäbchen.
  • Schnelle (nach ein bis drei Tagen) und langhaltende systemische Wirkung über mehrere Monate.
  • Das ganze Jahr über anwendbar.

Nützlinge

Blattläuse haben viele natürliche Feinde wie Marienkäfer, Florfliegen, Schlupfwespen, Waldblumenwanzen und Ohrwürmer. Sie alle sind also Nützlinge und ihre Populationen sollten im Garten und Gewächshaus geschont und gefördert werden. Dies kann man beispielsweise tun, indem man den Garten naturnah gestaltet sowie zusätzlich Nist- und Versteckmöglichkeiten (z.B. Totholzecken) für diese Insekten anlegt. Viel Platz und Schutz für verschiedene Nützlinge bietet ein so genanntes Insektenhotel, wie das von Triexi Natura. Dieses ist komplett aus Holz und wird fest montiert und kann so, wenn einmal besiedelt, dauerhaft Schädlingen in Garten oder Gewächshaus vorbeugen.

Insektenhotel für Nützlinge gegen Blattläuse

Insektenhotel - Nützlinge als natürliche Feinde
  • Feste Nist- und Überwinterungshilfe aus Holz für Nützlinge.
  • Unter anderem finden hier folgende Nützlinge Schutz: Tagfalter, Marienkäfer, Florfliegen, Grabwespen, Wildbienen, Mauerbienen.

Der große Vorteil an Nützlingen ist, dass ihre Populationen zeitgleich mit der Blattlauspopulation stark anwachsen und so eine explosionsartige Vermehrung der Pflanzenschädlinge im Keim ersticken. Vor allem in Gewächshäusern sind Nützlinge sehr wirksam gegen Blattläuse. Wer nicht so lange warten will bis sich von selbst Nützlinge im Insektenhotel im Garten breit machen, kann diese auch auf Amazon bestellen.

Florfliegen

Sehr effektiv gegen Blattläuse sind beispielsweise Florfliegen. Diese werden als Larven versendet und sind nach dem Ausbringen im Garten noch mindestens zwei bis drei Wochen sehr gefräßig und suchen sich aktiv ihre Beute – die eher unbeweglichen Läuse.

Florfliegenlarven Nützlinge gegen Blattläuse

Florfliegenlarven - alle Infos auf einen Blick
  • Florfliegenlarven sind natürliche Feinde der Blattläuse.
  • Die Larven werden in Pappwaben versendet. In jeder Zelle befindet sich genau eine Larve. Zur Freilassung den feinen Vlies Stück für Stück entfernen und die Larven direkt über die befallenen Pflanzen verteilen.
  • Einmal ausgesetzt suchen sich die Florfliegenlarven selbst ihre Blattläuse für mindestens zwei bis drei Wochen, bevor sie sich verpuppen.
  • Die Nützlinge benötigen eine Mindesttemperatur von 12°C.